2019: Ein Jahr voller Bewerbungen

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Als wir das Konzept für das SWAN Magazine entwickelten, haben wir großen Wert darauf gelegt, auch weniger bekannten Künstlern mit dem SWAN Magazine eine Plattform zu geben. Natürlich kann ein Fine Art Magazine -das sind wir unseren treuen Kunden und Abonnenten schuldig- keine Anfängerplattform sein. Aber es gibt immer wieder Perlen, die man in der öffentlichen Wahrnehmung (die gerade bei Fotografinnen und Fotografen ja bekanntlich oft von Social Media Plattformen geprägt sind) nicht sieht.

Ein Beispiel

Vivian Maier war eine solche Perle. Über Jahre hinweg hat niemand mit dem unvorstellbaren Schatz gerechnet, den das New Yorker Kindermädchen in ihrer Wohnung kistenweise hortete. So etwas gibt es auch heute noch. Denn längst nicht jeder Fotograf ist offen für Social Media. Längst nicht jeder Fotograf betreibt eine eigene Website oder sucht überhaupt die Öffentlichkeit.

Solche Perlen zu finden, ist nicht leicht. Doch Überraschungen gibt es immer wieder. Seit wir offen kommuniziert haben, dass wir im SWAN Magazine nicht nur weltbekannte Künstler vorstellen werden, erhalten wir zunehmend mehr Bewerbungen. Natürlich gibt es Bewerbungen, die dem künstlerischen Aspekt des SWAN Magazines nicht gerecht werden. Doch diese halten sich in Grenzen. – Und das ist auch gut so. Doch das Niveau der Bewerbungen ist insgesamt so hoch, dass wir im Jahr 2019 so viele Bewerbungen erhalten haben, dass wir mit nur vier Ausgaben und nur 20 Künstlern pro Jahr schlichtweg nicht in der Lage waren, alle Bewerbungen im SWAN Magazine abzudrucken.

Stories, die uns begeistern

Absagen vermeiden?

Gerade bei Künstlern, die eigens für ihre Bewerbung beim SWAN Magazine spezielle Konzepte, Photostories oder gar Photoprojects entwickelt und umgesetzt haben, tun wir uns immer sehr schwer, eine Absage zuzusenden. Darum haben wir lange überlegt, wie wir Absagen vermeiden können. Doch schnell sind wir zu dem Ergebnis gekommen: Wenn wir das Konzept des SWAN Magazines nicht verwässern wollen, müssen wir an strikten Qualitätskriterien festhalten. Zeitgleich müssen wir an dem bekannten Mix aus bekannteren Künstlern und weniger bekannteren Künstlern festhalten. Zusätzlich kommt es auf das Storytelling an. Und hier unterscheiden sich die Bewerbungen gewaltig.

Eine fotografisch attraktive und für jeden Betrachter auf den ersten Blick nachvollziehbare Photostory, die sich aus den verschiedensten Motiven einer Bilderstrecke ergibt, ist schon nicht ganz leicht zu realisieren. Doch dann auch für das Interview eine spannende Story zu liefern, fällt offenbar mehr Bewerbern schwer. Und genau hier liegt die Krux: Für die Leser und Abonnenten des SWAN Magazines wird es mit der Zeit langweilig, wenn wir jeden Künstler befragen, wann er/sie die erste Kamera sein Eigen nennen konnte und ob er/sie zwischendurch auch Zeiten ohne Kamera hatte.

Hinter die Kulisse schauen

Storytelling is key!

Spannende Stories leben davon, unterschiedlich zu sein. Und nur, wenn es der Redaktion gelingt, weiterhin einen spannenden Mix in den Interviews mit den Künstlern sicherzustellen, können wir weiter wachsen. Wie wichtig Storytelling für das SWAN Magazine ist, wird deutlich, wenn man sich ausgesuchte Künstler der bisher erschienen Ausgaben vor Augen führt:

  • Joachim Bergauer (Ausgabe 01) berichtet von seinem Senegal-Projekt und zeigt uns die Schönheit der Menschen, von denen wir nur Hiobsbotschaften aus den Nachrichten kennen.
  • Bernadette Kaspar (Ausgabe 02) berichtet aus der Perspektive eines erfahrenen Models, welche Fehler Fotografen aus ihrer Sicht häufig machen und läd damit zum Umdenken ein.
  • Markus Schänzle (Ausgabe 03) berichtet über die Bedeutung eines excellenten Charakterportraits, welches mehr als ein klassisches Bewerbungsfoto ist.
  • Stefan Beutler (Ausgabe 04) berichtet über seine Art der Portraitfotografie, die überwiegend auf Dialogen aufbaut und bei denen die Kamera eine absolut untergeordnete Rolle spielt.
  • Dennis Jagusiak (Ausgabe 05) berichtet über seinen Weg in die Hochzeitsfotografie. Im Gegensatz zu vielen anderen Hochzeitsfotografen scheut er nicht den Wettbewerb und sein Erfolg gibt im Recht.

Dies sind nur fünf Beispiele (aus jeder Ausgabe ein Beispiel). Doch erst wer das SWAN Magazine aufmerksam gelesen hat, der versteht das Konzept dieses Fine Art Magazines wirklich. Erst dann wird transparent, warum das Storytelling so wichtig ist.

Was bedeutet das für Bewerbungen?

Zuallererst bedeutet eine Absage seitens des SWAN Magazines keine Absage für immer! Es gibt nämlich durchaus Bewerbungen, die das Potential des Künstlers transparent gemacht haben, wo aber das Konzept selbst nicht in eine der nächsten zwei bis drei Ausgaben hineinpasst, weil ein zu ähnliches Konzept bereits in einer vorherigen oder in Kürze erscheinenden Ausgabe vorhanden ist.

Ein einfaches Beispiel dazu: Mit Dennis Jagusiak haben wir in Ausgabe 05 erstmals einen Hochzeitsfotografen vorgestellt und interviewt. Viele andere Hochzeitsfotografen mögen dies als Motivation ansehen, sich ebenfalls beim SWAN Magazine zu bewerben. Für die treuen Leser und Abonnenten des SWAN Magazines wäre es jedoch langweilig, in einer der nächsten Ausgaben wieder einen Hochzeitsfotografen vorgestellt zu bekommen. Darum funktioniert Hochzeitsfotografie nur dann erneut im SWAN Magazines, wenn den neuen Künstler etwas ganz Besonderes von Dennis Jagusiak unterscheidet. Denn nur dann bietet die Story des neuen Künstlers einen echten Mehrwert für den Leser.

Absagen sollen nicht abschrecken!

Wenn wir einem Bewerber oder einer Bewerberin eine Absage schreiben, so begründen wir die Absage stets und geben zusätzlich Tipps und Anregungen. Dreizeilige Absagen nach dem Motto „vielen Dank für Dein Vertrauen“ gibt es bei uns nicht.

Darum raten wir jedem Bewerber, sich (oder gerne auch unbekannte andere Künstler) bei der Redaktion vorzuschlagen. Ein paar Tipps dazu haben wir auf unter bewerben zusammengestellt.

Spontane Ideen weiterentwickeln...

2019: Danke für Euer Vertrauen!

Wir sagen DANKE für die zahlreichen Bewerbungen, die wir 2019 aus verschiedenen Ländern und von sehr verschiedenen Künstlern erhalten haben. Sie zeigen, wie vielschichtig die Peoplefotografie ist. Sie beweisen auch, dass wir mit dem SWAN Magazine in die richtige Kerbe geschlagen haben. Und sie zeigen auch, dass aufwändig produzierte Fotostrecken einfach viele zu schade sind, um in einer Schublade oder auf der Festplatte zu versauern. Gute Fotos gehören gedruckt. Und da ist das SWAN Magazine ein neues Medium, das bei stetig wachsender Abonnentenzahl immer attraktiver für verschiedenste Künstler wird.

DANKE sagen wir auch für das Vertrauen, dass uns viele Künstler im Jahr 2019 geschenkt haben. Als neue Marke am Markt stellt sich sicherlich manch einer die Frage, ob man uns, der Redaktion des SWAN Magazines, trauen kann oder nicht. Doch das Feedback unserer Künstler und Abonnenten zeigt, dass wir dieses Vertrauen sehr wertschätzend behandelt haben. Und das wollen wir auch in 2020 weiterhin so aufrechterhalten.

Danke!

Wir freuen uns auf weitere Zusammenarbeit im nächsten Jahr. Wieder stehen vier spannende Ausgaben mit insgesamt 20 Künstlern auf der Agenda und wieder wird es absolut spannende Stories zu lesen geben, die man nicht erwartet, wenn man nur das Social Media Profil des einen oder anderen Künstlers anschaut.

Zitat: Alan Kay

Die Zukunft kann man am besten voraussagen, wenn man sie selbst gestaltet.

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