Bereits im letzten Jahr waren wir auf der Fujikina in Köln zu Besuch. Letztes Jahr fand sie in der Flora statt. Dieses Mal war das ehrwürdige Gürzenich – der wohl karnevalistischsten Hochburg Kölns – Schauplatz eines ganz besonderen Events: Der Fujikina Köln 2026.

Fujikina Köln 2026
Nachdem die Fujikina 2024 einmalig in Berlin stattgefunden hatte, wanderte sie bereits im letzten Jahr in die Domstadt. Und das ist durchaus eine Besonderheit. Denn während europäische Städte wie Barcelona, Warschau, Kopenhagen, Arles, Stockholm, Brüssel, Prag, London und Berlin jeweils einmal Heimat des „Wanderevents“ waren, ist Köln nun die erste europäische Stadt, in der die Fujikina bereits 2x stattgefunden hat. Zuletzt an diesem Wochenende, dem 10. und 11. Oktober 2026. Ob dies einen Rückschluss auf eine Fujikina 2027 zulässt? Wir wissen es nicht genau… und sicherlich ist es noch viel zu früh, um eine Bilanz zu ziehen.
Doch eins ist klar: Auch in diesem Jahr war Köln wieder bestens besucht. Und dies nicht nur von Kölnern oder Fujifilm-Fotografen, sondern die Besucher kamen aus der gesamten Republik. Sie waren teilweise mehr als 600 km angereist, um sich dieses Event nicht nehmen zu lassen.



Fujikina – immer eine Reise wert
Natürlich liegt – das verrät der Namen des Events schon – der Fokus auf Produkten von Fujifilm. Die Marke ist an jeder Ecke präsent und natürlich sind die Bühnengäste allesamt mit Fujifilm-Kameras unterwegs. Das liegt in der Natur der Sache bei einem solchen Marken-Event. Doch wer glaubt, hier mit einer Nikon- oder Sony-Ausrüstung (oder egal welcher anderen Marke) am Eingang abgewiesen zu werden, der liegt falsch. Und das ist auch gut so. Denn, wie sich im Dialog mit Gästen herausstellte, sind längst nicht alle Besucher ausschließlich mit Fujifilm „verheiratet“. Einige nutzen Fujifilm-Produkte als Hauptwerkzeug, andere nutzen einzelne Produkte als „handliche Ergänzung“ zu ihrem „schweren Besteck“ und wieder andere haben irgendwann einmal eine Fuji-Kamera besessen und wollten einfach nochmal „unverbindlich gucken“, was es so am Markt gibt.
Nicht zu vergessen diejenigen Menschen, die nur wegen der smarten Instax-Produkte mit Fujifilm Berühungspunkte haben oder sich nach vielen Jahren wieder eine Kamera zulegen wollen. Ein bisschen von dem Spirit, den es auf der Photokina zuletzt 2018 gab, liegt natürlich auch auf einer Fujikina in der Luft: Die Magie der Fotografie, die im Grund genommen frei von Marken und Produkten ist und sich durch den einen Moment auszeichnet, der in Pixeln oder als gedrucktes Bild in dem Kopf des Betrachters einnistet und dort einen bleibenden Eindruck hinterlässt.

Produkte und Bühnenevents
Natürlich ist eine Fujikina auch dazu da, Produkte zu vermarkten, Objektive zu testen oder eine Kamera für einen Probeshoot auszuleihen. Aber das ist nicht alles: Der größte Reiz dieses Events liegt in zwei anderen Dingen begründet: Die Fujikina ist ein Ort der Begegnung. Und die Fujikina ist ein Ort der Inspiration.
Fujikina – ein Ort der Begegnung
Ein Ort der Begegnung ist die Fujikina, weil es einfach unheimlich positiv und spannend ist, mit so vielen Fotobegeisterten einen (oder zwei) Tag(e) gemeinsam zu verbringen, alte Bekannte wiederzutreffen und Neue kennenzulernen. Das Fachsimpeln, der Austausch und der gegenseitige Impuls für bestimmte Dinge sorgen dafür, dass so eine Fujikina auch für Menschen, die andere Instrumente verwenden, äussert interessant und abwechslungsreich ist. Denn neben Fujifilm mit den hauseigenen Produkten, sind auch zahlreiche Partnerunternehmen vor Ort, die Produkte zum Anfassen, Anschauen und Ausleihen anbieten. So wird aus der Fujikina kein Mono-Marken-Event, sondern bietet auch für andere Fotobegeisterte ausreichend „Fremdmarken“, die allesamt mit jedweder Kameramarke kombinierbar sind. Novoflex, Cewe, Smallrig, Whitewall, ProFoto, Oberwerth, Eizo, Atomos, Capture One sind nicht nur klingende Namen, sondern diese Marken bieten auf der Fujikina (die gut besucht ist, aber längst nicht so überlaufen, wie die letzten Photokina’s in Köln) Menschen hinter Marken und Onlineshops kennenzulernen und die Produkte einmal selbst in die Hand zu nehmen oder die Frage zu stellen, die schon lange unter den Nägeln brannte.
Fujikina – ein Ort der Inspiration
Mit zahlreichen Live Shootings, X Talks, Live Talks, Photo Walks und Workshops unterstützt die Marke Fujifilm die Besucher mit unterschiedlichsten Formaten dabei, Inspiration und neue Ideen mit nach Hause zu nehmen. Diese reichen von Geschäftsideen für die Business Fotografie über Reise-Reportagen bis hin zu Low-Budget-Fashion-Shootings, bei denen eine Papierrolle kurzerhand zu einem Kleid verwandelt wird. Wer einen Tag auf der Fujikina verbracht hat, der fährt garantiert mit der Lust nach Hause, gleich am nächsten Tag „endlich mal wieder zu einem Shooting aufzubrechen“. Der Dialog, die Möglichkeit, nach jedem Vortrag Fragen stellen zu können und wirklich überall auf dem Event die eigene Kamera zücken zu dürfen, um selbst Fotos zu machen, sorgt dafür, dass die Besucher etwas mit nach Hause nehmen: Inspiration – in dem was sie gehört und gesehen haben – und Erinnerung – in dem was sie auf der eigenen Speicherkarte oder sogar als gedrucktes Bild mit nach Hause nehmen.


Fujikina – eine Messe? Ja und nein…
In Vielem, was die Fujikina bietet, gleicht sie einer klassischen Messe. Doch so viele Dinge, wie eine Messe mit der Fujikina gemeinsam haben, so viele Dinge unterscheiden die Fujikina auch von anderen Messen oder Events dieser Art. Viele Messen finden nur statt, um neue Produkte vorzustellen und vor allem zu verkaufen. Dementsprechend geht man von einer klassischen Messe mit einem vollen Rucksack frisch gedruckter Prospekte und Werbegeschenke nach Hause. Nicht so bei der Fujikina. Klar, auch hier liegen an der einen oder anderen Stelle Flyer und Produktbroschüren herum, aber anders als auf klassischen Messen findet hier kein „hard selling“ im Sinne intensivster Verkaufsbemühungen statt, sondern die Werbung für die Produkte von Fujifilm steht fast auffallend stark im Hintergrund. Das zeigen vor allem die Events, bei der sich nationale und internationale Künstler die Klinke geben und im 45-Minuten-Takt von Thema A zu Thema B zu Thema Z wechseln und den Besuchern die Gelegenheit bieten, sich selbst das Programm des Tages nach Interessensgebiet zusammenzustellen.
Dabei hilft die „Fujikina-App„, die genau genommen gar keine App ist, sondern eine für Smartphones optimierte Website, auf der alle Events mit Orts- und Zeitangabe, Künstler und Thema aufgeführt sind. Dies führt, wie wir anhand eines fotografiebegeisterten Senioren-Pärchens eindrucksvoll feststellen konnten dazu, dass man auf dem gleichen Event gewesen sein kann, an der gleichen Kaffeebar einen Cappuccino getrunken haben kann und doch eine komplett andere Veranstaltung erlebt haben kann.
Die liegt vor allem darin begründet, dass mit Ausnahme der Workshops (die sonst einfach überrannt werden würden) alle Eventformate ohne zusätzlichen Preis oder gar vorheriger Buchung/Reservierung auskommen. Nur einmal ist am Eingang (oder vorher online) ein Ticket zu erwerben, doch bei einem Tagespreis von 10,00 EUR und den Kosten, die andere Events dieser Art heute kosten, kann dies nicht mehr als eine Unkostenbeteiligung sein. Denn zumindest Mineralwasser gab es an diversen Stellen – kostenfrei für alle Gäste.

Unser Fujikina-Fazit
Zweimal waren wir dort. Zweimal haben wir es nicht bereut und beide Male waren wir beeindruckt wie friedvoll und kooperativ hier Menschen zusammenkommen, die zumindest im Bereich der professionellen Fotografie harte Wettbewerber sind. Doch der Spirit und die Coolness (oder die Unaufgeregtheit) mit der auch diese Fujikina wieder stattfand, ist der Grund dafür, warum wir beim nächsten Mal wieder hin wollen…, wenn es heisst: Fujikina 2027 Cologne…
Aber nur in Köln? – Nein, sicher nicht! Köln bietet sicherlich wundervolle Orte, um ein Festival der Fotografie zu erleben. Und mit Flora und Gürzenich sind noch lange nicht alle potentiell geeeigneten Locations ausgeschöpft… Wir sind sicherlich in der falschen Position, einen neuen Vorschlag für Köln zu machen, aber wenn wir es dürften, dann würden wir „die Halle – Tor 2“ vorschlagen… mit ganz besonderen Shootingsspots direkt im und am Gebäude selbst und vielen kostenlosen Parkplätzen… (denn das Parken war der einzige Wehrmutstropfen: Bei 4,50 EUR pro Stunde war das Parken im Parkhaus um die Ecke schnell teurer als das Event selbst).

See you next year!
Allen, die vor Ort waren und sich jetzt vielleicht noch auf der Heimreise befinden, wünschen wir, dass das heute gemeinsam erlebte mit frischen Impulsen durch den Herbst begleitet und zahlreiche wundervolle Fotografien ihre Wurzeln in einem Ort haben, an dem Dick und Dünn, Klein und Gross, verschiedene Völker, unterschiedliche Religionen, sehr unterschiedliche Einkommensklassen auf so wundervolle Weise vereint hat. Unser Dank geht an das gesamte Fujifilm-Team.
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