Im Kino: Women’s stories

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Peter Brodbeck alias Peter Lindbergh wird im November diesen Jahres 75. Der Deutsche, der lange Zeit in Paris, New York und der Fotostadt Arles gelebt hat ist bekannt für seine ikonischen Fotos. Er hat die Mode- und Fotografiewelt geprägt, wie kaum ein anderer. Und zweifelsohne: Er ist einer der bedeutendsten Fotografen des 20. Jahrhunderts. Jetzt kommt „Women’s stories“ in Kino.

Supermodels

Er hat die „Supermodels“ entwickelt und einen fotografischen Style in die Modemagazine dieser Welt gebracht, den sie bis dato nicht kannten. Seine Bücher sind weltweit gefragt und wenn man heute einen Peoplefotograf nach seinem Vorbild fragt, so nennen nur diejenigen, denen bewusst ist, dass Peter Lindbergh wohl auch jeder andere Fotograf als Vorbild nennen würde, seinen Namen nicht. Oder noch besser: Sie nennen einfach (wissend) seinen ursprünglichen Namen: Peter Brodbeck.

Das Interview auf der Berlinale 2019 (leider mit teilweise sehr schlechter Tonqualität).

Der Mann, der Cindy Crawford, Naomi Campbell, Linda Evangelista, Tatjana Patitz und viele andere vor seiner Kameralinse hatte, konnte auch Tina Turner, Mick Jagger, John Travolta und Madonna begeistern und auf Film bannen. Fotofilm versteht sich.

Jean Michel Vecchiet

Denn für Videos steht der Namen Peter Lindbergh eher nicht. Obwohl er auch Filme produziert hat (z.B. „Models – The Film“ im Jahre 1991, siehe unten). Für Filme steht aber der Name des französischen Regisseurs Jean Michel Vecchiet. Seit den späten 70er Jahren ist Vecchiet der Mittelpunkt zahlreicher Ausstellungen in Museen und Festivals auf der ganzen Welt. Seit 1979 ist Vecchiet zudem als Dokumentarfilmer aktiv. Sein wohl bekanntestes Werk stammt aus dem Jahre 2008 und trägt den Titel „Iran, der Wille zur Großmacht“. Der Titel allein stellt klar, was auch sein Film „Lieb‘ mich, filme mich“ (1998) sucht: Die Herausforderungen des Lebens. Vecchiet dokumentiert keine gradlinigen Lebenswege, sondern er sucht die Irrwege und die Motivation dahinter.

Jean Michel Vecchiet

25 Jahre lang hat Vecciet (also seit dem 50. Geburtstag Lindbergh’s) sein Schaffen aktiv begleitet. Und nun kommt Vecchiet’s vielleicht wichtigster Film in die Kinos. Am 30. Mai 2019 ist Premiere für „Peter Lindbergh – Women’s stories“.

Der Titel des Filmes macht es schon klar: Der Namen Lindbergh’s steht vorne. Er soll die Kinos füllen (denn der Name Vecciet’s ist nicht annähernd so bekannt). Doch um Supermodels und andere Frauen geht es in diesem Film irgendwie nur am Rande. Nur Naomi Campbell kommt kurz zu Wort. Allerdings mit eher wenig bedeutungsschwangeren Worten.

Der offizielle Trailer.

Der Film

Autobiografisch, wie Vecchiet es mag, berichtet der Film über das Leben Lindbergh’s. Und das beginnt 1944. Im Krieg. Gegensätze, wie Krieg und Erfolg thematisiert dieser Film – genauso wie das Spannungsfeld zwischen seinen Supermodels und den Damen hinter den Kulissen, die Peter Lindbergh zeitlebens begleitet haben – aber selbst die Kamera scheuten.

So wird der Film zu einer intimen Dokumentation über einen Fotografen – und nicht, wie man bei dem Titel vielleicht vermuten könnte, zu einem Film über die schönsten Menschen dieses Planeten. Eine Modelshow ist dieses fast zweistündige „peotische Portrait“ sicher nicht. Und eine Anleitung für besseres Fotografieren auch nicht.

Für wen ist der Film das Richtige?

Nun, für jede Menge Fotografen und Models, besonders die international weniger bedeutsamen Social-Media-Stars, ist der Film natürlich Pflicht. Alleine, um mit Gleichgesinnten darüber reden zu können. Doch sonst ist er vor allem für Menschen geeignet, die Tiefsinn oder Inspiration suchen. Die Motivation finden in schwierigen Lebenswegen anderer. Und die Begeisterung für eine Sache teilen und bereit sind, an dieser Sache ein Leben lang zu arbeiten. – Wer lieber Supermodels schauen möchte, der schaut sich lieber Models – The Film an…

Ein Peter Lindbergh-Film: „Models – The film“.

Zitat: Naomi Campbell

Meine gesamte Karriere ist eine Herausforderung. ICH bin eine Herausforderung!

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