Nikon stellt die neue Z6 und die Z7 vor

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Revolution in der Systemkamera-Klasse?

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Lange waren die beiden Platzhirsche Nikon und Canon außen vor. Den Systemkamera-Markt („Mirrorless“) haben Fuji, Olympus, Panasonic und vor allem Sony dominiert. Leica und Hasselblad sind zwar bereits in diesem Markt vertreten, besitzen aber stets eine Sonderrolle. Das verwundert aufgrund engerer Zielgruppendefinition und höherem Preissegment eher nicht.

Nun ist Nikon nach einem eher missglückten Start mit der Nikon 1-Serie (die eher im Consumer-Bereich anzusiedeln war) im Vollformat angekommen. Dort hat Nikon heute eigentlich nur Sony als Platzhirschen zu befürchten. Wäre da nicht Canon, von denen die Gerüchteküche auch schon vor der Photokina 2016 brodelte. Mal sehen, ob tatsächlich eine 5D MK IV als spiegelloses Modell auf den Markt kommt…

Fakten

Konzentrieren wir uns auf die Fakten: Zum Veröffentlichungszeitpunkt der Nikon Z6 und Nikon Z7 bietet nur Sony in dem Preissegment zwischen 1.500 und 4.000 EUR Vollformatkameras ohne Spiegel an.

Während Sony durch eine stetig wechselnde Produktpalette vor allem auf Innovatiönchen setzt, hat sich Nikon Zeit gelassen. Interessant ist die Ausgestaltung der beiden Modelle: Die Z6 und die Z7 unterscheiden sich nur durch wenige Punkte voneinander. Die höhere Auflösung der Z7 und die zusätzlichen Fokuspunkte (die schon bei der Z6 eine irre Anzahl von 273 AF-Feldern erreicht haben und bei der Z7 in 493 Fokuspunkten gipfelt) sind quasi die Kernunterschiede für beide Modelle. Klar, aufgrund größerer Auflösung ist auch die Serienbildgeschwindigkeit eine andere, aber das über die Jahre erreichte Niveau ist eh schon auf einem Level angelangt, wo nur für wenige (zumeist Sport-) Fotografen hier noch ein relevantes Entscheidungskriterium liegt.

Das Spannendste: Die Objektive

Der Blick zu den Objektiven der neuen Nikon-Z-Serie ist eigentlich das mit Abstand spannendste für Fotografen, die wissen, dass nicht die Kamera das Bild macht, sondern der Fotograf, der das Licht sieht und gestalterisch einzusetzen weiß. Gerade das in den Gerüchten hoch gehandelte 0.95er Objektiv steht zu Beginn nicht zur Verfügung und wird -entgegen der Hoffnung vieler Fotografen- eine Optik mit manuellem Fokus sein. Schade, denn hier hätte Nikon neben einem neuen Kameramodell zusätzlich ein Objektiv-Joker ins Rennen bringen können (da es an einem 1.2er Objektiv bereits seit langem im Nikon-Lineup mangelt).

Hier könnte Canon trumpfen, wenn ihnen der Coup zur Photokina 2018 gelingt: Systemkamera plus 1.2er Objektiv (die Canon-Gemeinde schwört ja bereits seit Jahren auf das sehr weiche 50er 1.2 L und das einzigartige 85er 1.2 L, wo Nikon zuletzt mit dem 105er 1.4 erstmals richtig etwas entgegen gesetzt hat).

Fazit

Es bleibt also spannend am Kamera-Markt. Denn viele Fotografen schwören weiterhin auf ihre DSLR’s. Und auch wenn mit jedem neuen Kameramodell neue Entwicklungen hinzu kommen, so lässt sich auch heute noch mit einer Kamera, die vor vier Jahren oder länger vorgestellt wurde, erstklassig fotografieren. Das zeigen wir auch mit dem SWAN Magazine, wo die überwiegende Anzahl der Fotografen nach wie vor auf DSLRs schwört und auf sie nicht verzichten will. Schlussendlich hilft die neue Technik viel und liefert besonders weniger erfahreneren Fotografen mit sinkendem Bedarf an Foto-Know-How immer bessere Bilder. Das gilt für die Masse und für den Durchschnitt der Fotos. Richtige Fotokunstwerke werden auch heute noch mit analogen Mittelformatkameras erstellt (Vincent Peters sei hier exemplarisch genannt) und beweisen so, dass es der neuesten Technik nicht immer bedarf, wenn man das Licht beherrscht und zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort ist. Und die Kamera überhaupt auslösebereit dabei hat.

Link Tipp: Die kleine Geschichte der Spiegellosen

 

Zitat: Heiko Kanzler

 

Klar war die Ausrüstung teuer und ich mache keine besseren Bilder dadurch. Aber ich habe jetzt mehr Spass an meinen schlechten Bildern.

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